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Weltmeisterschaft Anand-Topalov
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19.04.2010

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Aschewolke behindert WM
Am Mittwoch soll in Sofia der WM-Kampf zwischen Weltmeister Vishy Anand und
Herausforderer Veselin Topalov beginnen. Am Freitag wollte Anand über Frankfurt
nach Bulgarien fliegen, doch wie viele andere Reisende wurde der Weltmeister
ein Opfer des Vulkanausbruchs in Island, der den europäischen Flugverkehr
zum Erliegen brachte. Anand kam nur bis nach Frankfurt, dann ging nichts mehr.
Silvio Danailov, Manager von Topalov und Mitorganisator der WM, sieht darin
allerdings keinen Grund, später anzufangen. Anand-Betreuer Hans-Walter
Schmitt sieht Anand, der später als geplant nach Sofia kommen wird, durch
die Verzögerung bei der Anreise klar benachteiligt. Dagobert Kohlmeyer
berichtet.
Bilder
vom Vulkanausbruch...
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21.04.2010

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Pressekonferenz in Sofia
Heute Nachmittag fand in Sofia die Eröffnungs-Pressekonferenz zur kommenden
Schachweltmeisterschaft zwischen Viswanathan Anand und Veselin Topalov statt.
FIDE-Vizepräsident Georgios Makropoulos erläuterte, aus welchen Gründen er sich
für eine eintägige Verschiebung des Wettkampfes entschied. Anand hatte um eine
dreitägige Verlegung gebeten. Die Organisatoren um Silvio Danailov hatten dies
abgelehnt. Die eintägige Verschiebung sei ein Kompromiss, mit dem beide Seiten
leben könnten. Anand bedankte sich bei der FIDE und gab seiner Hoffnung
Ausdruck, dass die Fans einen guten Wettkampf sehen werden. Topalov betonte die
besondere Bedeutung des WM-Kampfes für Bulgarien und meinte, Anand und er würden
das Schach seit fünf Jahren dominieren. Dieser Wettkampf hätte eigentlich schon
früher stattfinden sollen.
Offizielle Seite...
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21.04.2010

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2000 Kilometer, 1 Mio. Schlaglöcher
Das hatte sich Weltmeister Anand ganz anders vorgestellt. Letzten Freitag wollte der Weltmeister schon in Sofia eintreffen, um dann noch eine Woche Zeit für Akklimatisierung und letzte Vorbereitung zu haben. Doch dann machte ihm die Asche eines isländischen Vulkans und das folgende Flugverbot einen Strich durch die Rechnung. Im Folgenden mussten eine Reihe von Schwierigkeiten überwunden werden, um doch noch von Frankfurt, wo Anand festsaß, nach Sofia zu gelangen. So ist es z.B. gar nicht so leicht, einmal bei der Lufthansa aufgegebenes Gepäck wieder zurückzubekommen. Nachdem auch ein Auto und Fahrer gefunden waren, konnte die Reise über Land beginnen. Sie dauerte 40 Stunden, von denen man die längste Zeit auf rumänischen Straßen verbrachte, und führte über 2000 Kilometer und eine Millionen Schlaglöcher. Es gab aber auch positive Erkenntnisse: Die Verfilmung von "Lord of Rings" ist bei weitem nicht zu lang und die bulgarische Polizei arbeitet aufmerksam.
Ein Reisebericht... |
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21.04.2010

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WM-Vorbericht im ND: "Zwänge in der Heimspielhölle"
Michael Müller hat im Neuen Deutschland aus Sofia einen Vorbericht zur kommenden
Schachweltmeisterschaft veröffentlicht und spürt dabei auch der Frage nach,
inwieweit das "Heimspiel" für den Herausforderer Topalov für diesen einen
Vorteil und für Anand einen Nachteil bedeutet. "Selten zuvor wurde ein WM-Match
so auf den Herausforderer zugeschnitten, selten ein Heimsieg so fest
eingeplant," ist Müllers Eindruck in der bulgarischen Hauptstadt. Der
national-populistische bulgarische Präsident Boiko Borissow hat sich für die
Schach-WM im eigenen Land stark gemacht und werte einen Sieg des Lokalmatadors
als Imagegewinn für sich und das Land. Organisator Silvio Danailov,
Vizepräsident des Schachverbands und Manager von Topalov, will die
WM-Ausrichtung als Sprungbrett für höhere Aufgaben nutzen: Er kandidiert als
Präsident der europäischen Schachunion. Auf der anderen Seite könne der
Heimvorteil auch zur "Heimspielhölle" werden - wenn der Erwartungsdruck auf
Topalov zu groß wird.
Artikel im Neuen Deutschland...
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21.04.2010

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WM-Beginn um einen Tag verschoben
Das Flugverbot im Zusammenhang mit der Aschewolke des Eyjafjallajökull hat viele
Menschen in ihren Reiseplänen behindert. Ein prominentes Opfer ist
Schachweltmeister Viswanathan Anand, der sich gerade auf dem Weg zu seiner
Titelverteidigung nach Sofia befand und in Frankfurt feststellen musste, dass
sein Anschlussflug gestrichen wurde. Eigentlich wollte der Weltmeister letzten
Freitag in Sofia eintreffen, um sich dann eine Woche lang zu akklimatisieren.
Nachdem klar war, dass das Flugverbot andauern würde, teilte Anand am Sonntag
seine Probleme der FIDE mit, verbunden mit der Bitte nach einer Verschiebung des
Wettkampfbeginns um drei Tage. Das bulgarische Organisationskomitee sprach
sich in einer Erklärung mit Hinweis auf viele terminlichen Verpflichtungen und
vertragliche Bindungen dagegen aus. Anand ist nach einer 40-stündigen Autofahrt
inzwischen auf dem Landweg in Sofia eingetroffen und hat seine Bitte um
Verschiebung wiederholt, was von den Organisatoren erneut abgelehnt wurde. Nun
hat FIDE-Vizepräsident Moakropoulos eine Kompromissentscheidung getroffen und
den Beginn des Wettkampfes um einen Tag verschoben. Die erste Partie wird somit
am kommenden Samstag gespielt.
Anand steckt in
Frankfurt fest (engl)...
Anand unterwegs,
versch. Erklärungen(engl) ...
Erklärung von
Makropoulos (engl)...
Anands Bericht von
der Anreise (engl)...
Makropoulos verschiebt WM-Start um einen Tag...
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22.04.2010

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Artur Jussupow und Uwe Bönsch: Prognosen zur WM
Auch Uwe Bönsch ist mit seiner Nationalmannschaft ein Opfer der isländischen
Vulkanasche. Der Bundestrainer und seine Spieler saßen nach einem
Freundschaftsmatch gegen Vietnam in Hanoi fest. Dagobert Kohlmeyer konnte dem
Bundestrainer trotzdem über Skype zu einer kurzen Stellungsnahme zum kommenden
WM-Match bewegen. Ausführlicher äußert sich der frühere WM-Kandidat Artur
Jussupow. Während Bönsch leichte Vorteile bei Anand sieht, will sich Jussupow
micht festlegen und glaubt, dass der Spieler gewinnen wird, der seine beste Form
abrufen kann: Topalow seine Form vom FIDE-WM-Turnier von San Luis 2005 und Anand
seine Form vom Match gegen Kramnik 2008.
Zu den Interviews... |
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22.04.2010

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Topalov beginnt mit Weiß
Am Samstag beginnt - wegen Anands Anreiseschwierigkeiten nun mit einem Tag Verschiebung - die Weltmeisterschaft im Schach. Die gestrige Auslosung ergab, dass Topalov in der ersten Partie die weißen Steine führen wird. Während die übrigen Partien alle um 15 Uhr Ortszeit (= 14 Uhr MEZ) beginnen, wird die Eröffnungspartie am Samstag als Folge der Verschiebung möglicherweise später beginnen. Der bulgarische Premier Boyko Borissov soll den Eröffnungszug machen, hat aber am Samstag zuvor noch unverschiebbare Termine. Auf der gestrigen Eröffnungsfeier war der Premier ebenfalls anwesend und sprach die Begrüßungsworte.
Bilder von der Eröffnung... |
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23.04.2010

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Zum Auftakt der WM: Presseecho
Der nahende Auftakt des WM-Wettkampfes zwischen Viswanathan Anand und Veselin
Topalov wird von mehreren Zeitungen in Vorberichten gewürdigt. "Tortur vor den
Zügen" nennt Hartmut Metz seinen Artikel in der Frankfurter Rundschau und hebt
auf die Anreise-Schwierigkeiten infolge des Flugverbots bei der Anreise ab.
Hartmu Metz glaubt, dass Topalov einen Schnellschachstichkampf nach vorherigem
6:6 unbedingt vermeiden müsse, da Anand hier sogar laut Topalovs Einschätzung
Favorit sei. In einem Artikel für das Hamburger Abendblatt fragt Rainer
Grünberg, ob der sehr ausgeglichen wirkende Anand noch genug Ehrgeiz
besitzt, den Wettkampf gegen Topalov genau so konzentriert zu spielen, wie das
Match gegen Kramnik vor zwei Jahren. Topalov erscheine dagegen nervös - auf ihm
ruht die Hoffnung einer ganzen Nation. In jedem Fall, so wird Anand zitiert,
"werde die Blase in diesem Wettkampf keine Rolle spielen". In "Kampf der Köpfe"
erinnert Martin Breutigam auch an frühere Wettkämpfe und zieht einen Bogen von
Fischer-Spasski, Reykjavik 1972 über das "Toiletten"- Match Kramnik-Topalow,
Elista 2006 bis zum Wettkampf in Sofia, wo Island immerhin noch mit seinem
Vulkan bei Anands Anreise eine Rolle spielte. Auch Felix Voigt blickt in der
Thüringer Allgemeinen auf frühere Weltmeisterschaften zurück, hier besonders auf
die Skandal-Wettkampf von Elista, und fragt, ob es klug von Anand war, "in der
Höhle des Löwen" zu spielen.
Artikel in der FR...
Artikel im Abendblatt...
Artikel in der
Süddeutschen...
Artikel in der Thüringer ...
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24.04.2010

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Topalov gewinnt Auftaktpartie
Gleich in der ersten Partie des Weltmeisterschaftskampfes in Sofia zeigte Herausforderer
Veselin Topalov, wie er Weltmeister werden will: Mit aggressivem Spiel und guter
Vorbereitung. Gegen Topalovs 1.d4 entschied sich Vishy Anand für die Grünfeld-Verteidigung,
was sich jedoch als keine gute Idee erwies. Topalov war ausgezeichnet vorbereitet
und opferte noch in der Eröffnung einen Bauern, für den er gute Angriffschancen
erhielt. Im 24. Zug folgte dann ein Springeropfer, das den schwarzen König
schutzlos machte und Weiß eine Gewinnstellung bescherte. Anand versank
in langes Nachdenken, aber fand keinen Weg, seinen König gegen die weißen
Figuren zu schützen und gab nach ein paar hübschen taktischen Schlägen
Topalovs im 30. Zug auf. Wie weit der bulgarische Herausforderer die Eröffnung
analysiert hatte, zeigt der Zeitverbrauch. Topalov brauchte nicht einmal vierzig
Minuten für die ganze Partie.
Offizielle Seite...
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25.04.2010

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WM: Anand schlägt zurück
Gestern unterlag Anand zum Auftakt des WM-Matches mit den schwarzen Steinen nach
einem Fehler in taktisch geprägter Position im Grünfeldinder. Heute gelang dem
Titelverteidiger mit Weiß umgehend der Ausgleich. In einer sehr strategischen
Partie in der Katalanischen Eröffnung opferte Anand einen Bauern und erhielt
dafür anhaltenden Druck. Dem Herausforderer gelang es nie, seine Stellung zu
befreien. Schließlich gewann der Weltmeister nicht nur seinen Bauern zurück,
sondern weiteres Material und wickelte in ein gewonnenes Endspiel ab. Im 43. Zug
gab Topalov auf. Stand: 1:1.
Offizielle
Seite...
Partiekommentar von Anish Giri (engl.)...
Mehr (Update)... |
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25.04.2010

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Die Weltmeisterschaft: Heute zweite Partie
Mit seiner Vorbereitung setzte der Titelverteidiger in der gestrigen ersten
Matchpartie an den Partien des Kandidatenfinales Topalov-Kamsky an. Er kopierte
Kamskys Spiel in der Grünfeld-Verteidigung, traf auf einen vorbereiteten Topalov
und scheiterte dann am eigenen Fehlzug 23...Kf7, der die Partie sofort verliert.
Im Chess Tigers Trainings Center in Bad Soden hat Klaus Bischoff die Partie am
Bildschirm kommentiert. Die Kommentare waren auch im Fritzserver zu hören. Für
das internationale Publikum kommentiert im Fritzserver an diesem Wochenende Jan
Gustafsson. Die Kommentare zur gestrigen Partie können auch als Aufzeichnung
aufgerufen werden. Nach einer alten russischen Wettkampfweisheit soll ein
Spieler nach einer Niederlage erst einmal ein remis spielen. Aber Anand hat in
diesem kurzen Wettkampf nur sechs Weißpartien und wird davon vielleicht keine
verschenken wollen. Wird Anand heute angreifen und versuchen, sofort den
Ausgleich zu schaffen? Partiebeginn 14 Uhr
Bericht der Chesstigers...
Malcolm Peins
Kommentare für TWIC...
Fritz 12 mit Premiumzugang...
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26.04.2010

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WM-Auftakt: Das Presse-Echo
Die Schachweltmeisterschaft in Sofia begann nicht bedächtig, sondern mit zwei
entschiedenen Partien spektakulär. "Ich habe schlecht gespielt", kommentierte
Anand am ersten Tag seine Niederlage. "An den Anreiseproblemen lag es nicht, "
zitiert Hartmut Metz den Weltmeister in seinem Artikel für die Frankfurter
Rundschau. Nachdem Anand am zweiten Tag unvermittelt ausglich, sieht Alexander
Armbruster in der FAZ eine "offene Feldschlacht." Topalov, der auch mit Schwarz
auf Gewinn spielt, sei aber ein schwierigerer Gegner für Anand als Kramnik vor
zwei Jahren. Informationen aus erster Hand hat Ulrich Stock für die "Zeit"
gesammelt. Der Hamburger Journalist ist vor Ort und meint, dass zwar beide
Seiten eine Partie gewonnen hätten, aber die letzte Niederlage schwerer wiege.
Mit einer solchen ging Topalov in den Ruhetag.
Bericht in
der Zeit...
Artikel in der Frankfurter Rundschau...
Artikel in der FAZ...
Artikel in der Welt...
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27.04.2010

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Schach-WM: Erstes Remis
Nach dem spektakulären Auftakt der Schachweltmeisterschaft mit zwei
entschiedenen Partien folgte heute ein relativ ereignisloses Remis. Mit den
schwarzen Steinen wechselte Anand in der 3. Partie zum Slawischen Damengambit.
Nach frühem Damentausch erreichte der Titelverteidiger eine sehr feste Position.
Der Herausforderer entfachte dank seines Raumvorteils am Damenflügel eine
gewisse Initiative, die von Anand aufmerksames Spiel verlangte. Der Weltmeister
meisterte aber alle Probleme und hielt die Partie im Gleichgewicht. Im 46. Zug
endete die Partie nach dreifacher Stellungswiederholung remis. Stand 1,5:1,5.
Morgen spielt Anand mit den weißen Steinen.
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Partien und Bilder... |
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27.04.2010

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Schach-WM: "a3 or not a3"
An Anands Zug 15. Da3 in der zweiten Partie der Schachweltmeisterschaft scheiden
sich die Geister. Gegen jede Regel tauscht der Weltmeister mit einem Bauern
weniger die Damen und lässt sich dabei noch einen hässlichen Doppelbauern auf a3
machen. Die Experten und Kommentatoren waren überrascht und auch die vielen
mitlaufenden Schachprogramme zeigten sich unzufrieden. Doppelbauer auf der
a-Linie und Minusbauer? Das kann doch nicht gut sein! Kommentator Jan Gustafsson
wurde ebenfalls überrascht. Er hätte eher 15. Tfd1 als Da3 erwartet, erkannte
aber sofort die Vorzüge des Zuges "Das Feld d6 wird weiter geschwächt." Auch
Anish Giri zeigt sich in seinem
Partiekommentar
verblüfft: "Maybe it was pure genius, from a psychological point of view!?"
In einem Bericht für die Zeit untersucht Ulrich Stock den Zug 15.Da3 und meldet,
dass die Stimmung in Anands Team nach der zweiten Partie gut sei. Wie wird der
Weltmeister aber heute seine Schwarzpartie angehen? Hat er die
Grünfeld-Verteidigung erfolgreich repariert oder wird er sich einen neuen
Kampfplatz suchen? Um 14 (MEZ) beginnt in Sofia die 3.Partie.
Artikel in der Zeit...
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28.04.2010

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Anand gewinnt auch seine zweite Weißpartie
In der heutigen vierten Partie, Anand führte die weißen Steine, stand erneut die
Katalanische Eröffnung auf dem Brett. Die Partie verlief ähnlich wie die zweite
Wettkampfpartie, mit dem Unterschied, dass Topalov heute noch schlechter weg
kam, als in seiner ersten Verlustpartie. Anand opferte wieder den Bauern c4 und
erhielt dafür erneut starken Druck, diesmal in einer etwas anderen Variante.
Auch das Feld a3 spielte wieder eine besondere Rolle, diesmal als Sprungbrett
für einen weißen Springer. Im 22.Zug wandte Anand sich mit einem Springer dem
Königsflügel zu (22.Sg4) und kam mit einem Springereinschlag auf h6 im folgenden
Zug schon zu entscheidendem Angriff. Im 32. Zug gab der Herausforderer die
hoffnungslose Partie auf. Stand: 2,5:1,5 nach dem ersten Drittel für Anand.
Morgen ist Ruhetag. Am Freitag führt Topalov die weißen Steine.
Offizielle Seite...
Partien, Bilder... |
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28.04.2010

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Schach mit Kreisläufer
Ulrich Stock ist für seinen Bericht in der Zeit aufgefallen, dass Anands Läufer
die aktivste Figur war und mit Lc8-f5-g6-h7-f7-e8-b5 eine hübsche Kreisbewegung
vollführte, bevor er sich zum Abtausch stellte. Das Partieende sei dann zum
Kinderkram verkommen, denn Topalov hatte vorher ankündigen lassen, dass er
keinerlei Remisangebot machen werde. Nun gibt es aber im Schach tatsächlich
Positionen, die nie anders als Remis enden können. Was nun? Nach einigen
Stellungswiederholungen kam schließlich der Schiedsrichter herbei und stellte
das amtliche Endergebnis fest. Während vor zwei Jahren in Bonn Hunderte von
Zuschauern für 35 Euro Eintritt die WM zwischen einem Inder und einem Russen
verfolgten, hätten sich gestern gerade einmal drei Dutzend Schachfreunde für fünf
Euro Eintritt in den Militärclub verloren, um ihren Landsmann beim Kampf um die
Schachkrone zu beobachten. "Wir sind Slawen und gehen lieber in den Garten",
wird Danailow zitiert. Dabei hätte Anand doch sogar extra die Slawische
Verteidigung gewählt. Die Partie wies aber doch einige Finessen auf, wie Anish Giri
in seinem Kommentar heraus gearbeitet hat. 14...Tg8! war Anands Neuerung und
später hätte der Titelverteidiger vielleicht 24...f5!? ziehen sollen, ein
Vorschlag von Garry Kasparov, der die Partie in seinem Hotelzimmer in
Oslo verfolgte. Heute um 14 Uhr wird die vierte Partie gespielt. Anand hat Weiß.
Artikel in
der Zeit...
Anish Giris Kommentare (engl.)...
Bilder von der Pressekonferenz... |
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29.04.2010

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Schachweltmeisterschaft: Topalov in Not
Schnell hat sich das Bild der laufenden Weltmeisterschaft gewandelt. Der
strahlende Sieg des Herausforderers in der ersten Partie war vielleicht nur ein
Vorbereitungsunfall des Weltmeisters. Nach Anands gestrigem Sieg ist es jetzt
Topalov, der am heutigen Ruhetag mehrere Probleme zu lösen hat. Mit den weißen
Steinen gilt es, Anands Slawisch zu knacken. Schlimmer: Mit den schwarzen
Steinen muss das bulgarische Team eine Eröffnung finden, mit der man gegen
Anands 1.d4 nicht verliert. Besonders das zweite Problem ist dringender, denn
nach der Halbzeit wird der Weiß/Schwarz- Rhythmus gewechselt. Anand, der in der
ersten Partie Schwarz hatte, darf die zweite Hälfte des Wettkampfes mit Weiß
beginnen., d.h., der Inder hat in der sechsten und siebten Partie "Aufschlag".
In seiner Partieanalyse zur 4.Partie sieht Anish Giri die Züge 17...N8a6?! und
20...h6?! als entscheidende Fehler in allerdings schon schwieriger Position an.
In seinem Bericht für die ZEIT freut sich Korrespondent Ulrich Stock, dass die
vierte Partie nun endlich mit ein paar Worten offiziell eröffnet wurde. Das war
vorher nicht der Fall. "Das ist bulgarischer Stil. Wir halten nicht gern lange
Reden," hatte Organisator und Topalow-Manager Danailov erläutert. In
bulgarischem Stil hätte auch Anand die Partie beendet. Nach dem Springeropfer
opferte der Weltmeister "noch munter einen Läufer und warf einen Bauern
hinterher."
Kommentar von
Anish Giri...
Indischer Sieg in bulgarischem Stil...
Die Bilder des vierten Tages... |
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30.04.2010

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Schach-WM: 5. Partie remis
Nach dem zweiten Ruhetag hatte Topalov mit Weiß spielend heute die Möglichkeit,
durch einen Sieg den Wettkampf auszugleichen. Anand wählte die gleiche
Verteidigung (Slawisches Damengambit) wie in der 3. Partie und auch Topalov
wiederholte die Züge der Vorgängerpartie. Mit 15...h5 wich Anand als Erster ab.
Später konnte er mit einem Bauernopferangebot, das Topalov nicht annahm, die
Partie völlig ausgleichen. Im weiteren Verlauf entstand ein Endspiel Turm und
Läufer gegen Turm und Springer mit Bauern an beiden Flügeln, in dem keine Seite
Vorteil erzielen konnte. Das spektakulärste Ereignis des heutigen Tages war ein Stromausfall zu Beginn der Partie, der eine halbe Stunde lang Bühne und Zuschauerraum in Dunkelheit versetzte und zu einer Partieunterbrechung führte. Nachdem es wieder Licht geworden war, endete die Partie schließlich im 44. Zug nach Stellungswiederholung
remis. Stand: 3:2 für Anand. Morgen hat Anand Weiß.
Offizielle Seite...
Partien, die Bilder des Tages... |
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30.04.2010

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Topalov-Anand
So schlecht habe Topalovs seine Position nicht gesehen, doch dann habe ein
unscheinbarer Bauernzug sie ruiniert, berichtet der Tagesspiegel die
Erkenntnisse aus der Pressekonferenz nach der vierten Partie. Zumindest was die
Güte des Zuges 20...h6 angeht, ist Kommentator Artur Jussupov im Neuen
Deutschland völlig einverstanden. Für den früheren WM-Kandidaten war das der
Verlustzug. "Wo sind die Fans?", fragt Ulrich Stock in der Zeit und stellt die
beiden deutschen Schlachtenbummler persönlich vor. Nach dem Ruhetag wird die
Schach-WM heute mit der fünften Partie fortgesetzt (14 Uhr). Beim Stand von
2,5:1,5 für Anand will Topalov heute mit den weißen Steinen ausgleichen.
Artikel im Tagesspiegel...
Wo sind die
Fans (Zeit)...
Jussupows Kommentar (ND)...
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01.05.2010

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Schach-WM: 6.Partie remis
Mit einem Remis hat Topalov heute auch mit Schwarz in den Wettkampf gefunden.
Zum ersten Mal konnte er Anands Katalanische Eröffnung neutralisieren. Der
Weltmeister hatte wie gewohnt einen Bauern geopfert und dafür aktives Spiel
erhalten. Topalov gab den Bauern bei nächster Gelegenheit zurück und erhielt das
Läuferpaar. Mit seinen zwei aktiven Springern setzte der Weltmeister den
Herausforder unter Druck. Der Bulgare verteidigte sich jedoch aufmerksam und
hielt die Stellung ausgeglichen. Im 58.Zug endete die Partie unentschieden.
Stand: 3,5:2,5 für Anand. Morgen ist Ruhetag. Die 7.Partie wird am Montag
gespielt.
Offizielle
Seite...
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01.05.2010

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Der Blackout von Sofia
Wenn ein Schachspieler nichts mehr sieht, ist das furchtbar, meinte Ulrich Stock
in seinem Artikel zur gestrigen Partie in der ZEIT, man nennt das
Schachblindheit. Dass beide Spieler in einer Partie nichts mehr sehen, kommt
ebenfalls vor. Allerdings nicht so, wie es gestern in Sofia geschah. Beim 17.Zug
fiel der Strom aus. Und da es im Militärclub nur elektrisches Licht gibt, war es
stockfinster. Nach 13 Minuten war der Strom wieder da doch über den Spielern
gingen abwechselnd Strahler an und aus - wie in der Disco. Der Monitor mit der
Brettstellung lief aber erst einmal nicht, so dass die ca. 50 Zuschauer zwar die
Spieler, aber nicht die Partie sehen konnte. Nach 37 Minuten arbeitete dann alles
wieder so, wie es sein sollte. Halb Sofia war von dem Stromausfall betroffen.
Blackout (Zeit)...
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01.05.2010

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Schach-WM: Heute 6.Partie
In der gestrigen fünften Partie konnte Topalov als Anziehender gegen Anands
Slawische Verteidigung noch weniger ausrichten als in der 3. Partie. Vielleicht
hat der Bulgare den vorherigen Ruhetag aber vor allem genutzt, um sein
Schwarzproblem zu lösen. Beide Schwarzpartien gingen in der Katalanischen
Eröffnung verloren und der Vorsprung aus der 1.Partie war im Nun verspielt. Da
der Farbrhythmus zu Beginn der zweiten Hälfte gewechselt wird und Anand als
Erster mit Weiß spielt, hat Topalov nun zweimal hintereinander Schwarz und muss
unbedingt versuchen, mit dieser Farbe mehr als bisher zu erreichen. Nah dran am
Geschehen sind die Chess Tigers, die ihren Chef Tiger nach Sofia begleitet
haben. Im Chess Tigers Trainings Center hat sich "Dampfplauderer" Klaus Bischoff
mit seinen gescheiten Kommentaren zu den Parten schon einen großen
Zuschauerkreis aufgebaut. Selbst den gestrigen Stromausfall überbrückte der
Monolog-Artist mühelos. Bischoffs Kommentare sind auch auf dem Fritzserver zu
hören. Nach dem bulgarischen Premier Borissov und einem Bodybuilder zur
Eröffnung begrüßten die Organisatoren gestern den kanadischen
Ökonomier-Professor Mundell. Beginn der sechsten Partie, 14 Uhr.
Berichte bei den Chess Tigers...
Klaus Bischoff im CTTC...
Bilder des 5.Tages... |
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02.05.2010

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Anand-Topalov: Pressespiegel
"Anand ist der komplettere Spieler. Es würde mich wundern, wenn er noch einmal
in Bedrängnis kommt" wird Jan Gustafsson im Hamburger Abendblatt zitiert. Anands
Angriff in der vierten Partie sei so überraschend gekommen, dass er nicht einmal
von den schnellsten Schachprogrammen richtig erkannt werde. Hartmut Metz
beleuchtet in der taz den Blackout in Partie Fünf. Dieser sei von der
bulgarischen Regierung als ausgesprochen peinlich angesehen worden. In einem
Schreiben an die Spieler habe man sich dafür entschuldigt. In der Zeit bewundert
Ulrich Stock bulgarische Stimmen und Anands Künste als Jockey. Dreizehn Züge
hintereinander zog er nur mit seinen Springern. Im Beitrag "Sofioter
Husarenschach" beobachtet der Zeit-Korrespondent seine derzeitige Umwelt - "der
typische Mann trägt Dreitageglatze und sieht aus, als würde er eine Diskothek
bewachen" - und die bulgarische WM im Allgemeinen. Es ist übrigens die erste
Schach-WM seit 1927, an der kein Russe teilnimmt. Am Montag hat Anand
erneut Weiß, der Farbrhythmus wird gewechselt. "Wenn Topalov die 7.Partie
übersteht, ist noch alles möglich, meint Artur Jussupow (im ND).
"Ich
muss präziser spielen, wenn ich noch etwas erreichen will," meint Topalov
selbst.
Artikel im Hamburger Abendblatt...
Artikel in der taz...
Artikel
in der Zeit... Sofioter
Husarenschach (Zeit)...
Artikel im ND...
Die Bilder des 6.Tages... |
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03.05.2010

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Schachweltmeisterschaft: 7.Partie remis
In der heutigen 7.Partie gelang Topalov mit der von ihm gewählten Variante und
nachfolgendem Opfer eine Überraschung. Erst opferte der Bulgare eine Qualität,
dann zwei Figuren für den Turm, so dass er in der Summe eine Figur weniger
hatte. Als Kompensation besaß der Herausforderer zwei strake Bauern im Zentrum
und starke Initiative. Anand verteidigte sich sehr aufmerksam und umschiffte in
unklarer und verwickelter Position alle Gefahren. Später kompensierte ein
schwarzer Freibauer die weiße Mehrfigur. Wegen des Todes von FIDE Ehrenpräsident
Campomanes begann die heutige Partie mit einer Gedenkminute. Außerdem ist
Anatoly Karpov angereist, der als Ehrengast die heutige Partie eröffnete und in
einer Pressekonferenz seine Kandidatur als FIDE-Präsident bewarb. Stand des
Wettkampfes: 4:3. Morgen wird die 8.Partie gespielt. Topalov hat Weiß.
Offizielle
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Bericht, Partien und Impressionen... |
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03.05.2010

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WM: Halbzeit-Resümee
Halbzeit beim WM-Kampf zwischen Anand und Topalov. Der Herausforderer ging in
Führung, doch dann servierte der Weltmeister schwierige katalanische Rätsel, die
für Topalov erst einmal nicht lösbar waren, weshalb der Bulgare in Rückstand
geriet. Bei Halbzeit steht es 3;5:2,5 für den Titelverteidiger, der zudem das
bessere "Torverhältnis" aufweist. Anand gilt als der bessere
Schnellschachspieler und hätte bei einem Stichkampf die besseren Chancen. Heute
(ab 14 Uhr MEZ) spielt der Inder erneut mit den weißen Steinen und vielleicht
muss Topalov noch einmal die katalanische Tortur über sich ergehen lassen.
Immerhin holte er in der 6.Partie hier den ersten halben Punkt. Dagobert
Kohlmeyer resümiert die erste WM-Hälfte und sprach mit dem Ökonomie-Professor
Robert Mundell, der in Sofia als Ehrengast die 6.Partie eröffnet hat und noch
Gelegenheit hatte, in Reykjavik gegen Bobby Fischer zu spielen.
Alle Berichte zum WM-Match...
Halbzeit-Resümee... |
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04.05.2010

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WM-Match: Topalov reißt slawische Mauer ein
Topalov gewann heute als Führer der weißen Steine die
8.Partie. Erneut stand die gleiche Variante des Slawischen Damengambits auf dem
Programm, mit der sich Anand zuvor schon zweimal verteidigt hatte. Mit 13...Tc8
wählte Anand diesmal den Zug, der an dieser Stelle bisher am häufigsten gezogen
wurde. Zunächst sah es so aus, als ob Topalov erneut sehr wenig aus der
Eröffnung herausholen würde, doch dann beging Anand mit 22...f4 eine
Unvorsichtigkeit, nach der er wegen eines Zwischenzuges (23.Se4 gefolgt von
24.Sd6+) unter Druck geriet. Schließlich stand ein Endspiel mit ungleichfarbigen
Läufern auf dem Brett, in dem Anand einen Bauern weniger hatte und sich lange
passiv verteidigen musste. Es schien, als könne Anand das Endspiel halten, doch
dann machte Anand in kritischer Stellung einen groben Fehler (54...Lc6??),
geriet in Zugzwang und musste die Partie aufgeben. Stand: 4:4. Am Mittwoch ist
Ruhetag. Donnerstag wird die 9.Partie gespielt. Anand hat Weiß.
Offizielle
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Partiekommentar (engl.)...
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04.05.2010

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Weltmeisterschaft: Konnte Anand gestern gewinnen?
Mit seiner gestrigen Variante hat Topalov den Weltmeister überrascht und befand
sich bis zum 20. Zug in seiner Vorbereitung. Zwar war Anand in die Defensive
gedrängt, aber auch ohne Vorbereitung löste er alle Probleme am Brett. Objektiv
gesehen reicht das schwarze Spiele auch nicht zu mehr als zu einem Remis.
Vielleicht ist die schwarze Variante sogar nur ein Bluff. Mathias Feist, der die
Partie mit Fritz gründlich analysiert hat, meint, dass die Variante schon wegen
14.Dd2 kein zweites Mal aufs Brett kommt. Später ermöglichte Topalov mit
37...Kh7?! Anand noch reelle Gewinnchancen., die der Weltmeister mit 39.Da2 oder
42.Db1 hätte wahrnehmen können, aber verpasste. Beidesmal konnte Anand eine
Position erreichen, ähnlich wie in der Partie, aber ohne dass Schwarz das
rettende d3-d2-geschafft hätte. Heute hat Topalov zum drittletzten Mal die
weißen Steine. Wird der Herausforderer heute vielleicht wissen wollen, was der
Titelverteidiger gegen 1.e4 vorbereitet hat? Beginn der 8.Partie um 14 Uhr.
Anmerkungen zur 7.Partie...
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06.05.2010

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Schachweltmeisterschaft: Anand verpasst Gewinn in dramatischer 9. Partie
In der heutigen 9.Partie der Weltmeisterschaft zwischen Anand und Topalov wählte
Anand erstmals nicht die Katalanische Eröffnung, sondern ließ mit 3.Sc3 die
Nimzoindische Verteidigung zu. Im Verlauf des Mittelspiels forcierte Topalov den
Tausch seiner Türme gegen die weiße Dame. Dem Weltmeister gelang es danch, seine
Figuren gegen den schwarzen König in Stellung zu bringen. Bei knapper Bedenkzeit
verpasste er jedoch die beste Möglichkeit. Später kam Anand trotzdem in
Gewinnvorteil, versäumte aber in neuerlicher Zeitnot vor der zweiten
Zeitkontrolle den möglichen Gewinn durch Mattangriff, nachdem sich Topalov zuvor
sehr trickreich verteidigt hatte. Am Ende spielte Anand mit Türmen und Bauern
gegen die weiße Dame. Ein Gewinn war nun aber wegen Dauerschach nicht mehr
möglich. Im 83. Zug endete die Partie mit Remis. Morgen wird die 10.Partie
gespielt. Topalow hat Weiß.
Offizielle
Seite...
Bericht, Bilder, Partien... |
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06.05.2010

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Viva Klaus Bischoff
"Wenn es Klaus Bischoff nicht gäbe, müsste man ihn erfinden," meinte jemand im
Chat des Fritz-Servers. Natürlich gibt es viele gute Gründe, weshalb man Klaus
Bischoff erfinden müsste, doch der konkrete Anlass für die ausgesprochene
Erkenntnis ist die Kommentierung der WM-Partien von Sofia zwischen Anand und
Topalov. Über vier oder fünf Stunden begleitet der gebürtige Ulmer die laufenden
Partien und untersucht zusammen mit den Zuschauern im Chess Tigers
Trainings Center in Bad Soden die gegenseitigen Chancen. Auf dem Fritzserver
sind die Kommentare, Varianten und Erläuterungen auf dem Brett ebenfalls zu
sehen und zu hören. Dabei schafft der deutsche Nationalspieler stets den Spagat
zwischen korrekten Varianten und verständlichen Erläuterungen. Mike Rosa würdigt
die Arbeit des deutschen Blitzrekordmeisters, der am liebsten "das Material
anderer opfert".
Zu den ChessTigers...
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06.05.2010

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"Sofia ist Europa, der Rest ist Bulgarien"
Mit seinem Sieg in der 8.Partie hat Bulgariens Volksheld Topalov in seinem Heimatland für Euphorie gesorgt. Nach dem Anand - abgesehen von der Auftaktpartie - den ersten Teil des Wettkampfes dominierte, kam der Herausforder mehr und mehr auf Augenhöhe und in der 8.Partie schließlich auch in Gewinnvorteil. Das Match ist offen, vier Partie stehen noch aus. Den Ruhetag hat unser Schach-Korrespondent Dagobert Kohlmeyer dazu genutzt, sich in Sofia umzusehen. Dabei hat er vieles entdeckt, was ihm Freude bereitete. Übrigens wird nicht nur im Militärclub Schach gespielt. Auch im Stadtpark warten viele Blitzkünstler auf einen Gegner. Der Einsatz ist weitaus geringer als beim Sofioter WM-Kampf. Hier ist man schon mit zwei Lewa dabei.
Sofioter Impressionen... |
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06.05.2010

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Maximale Spannung in Sofia
Nach langem Verteidigungskampf hat Viswanathan Anand in der 8.Partie schließlich
doch noch den entscheidenden Fehler gemacht und musste die Partie zum Stand von
4:4 aufgeben. In der Partie zuvor hatte Anand - dort ebenfalls lange in der
Defensive - am Ende zumindest eine vorteilhafte Position mit Gewinnchancen
verpasst. Ob der Weltmeister den doppelten Rückschlag gut weg gesteckt hat, wird
sich heute in der 9. Partie zeigen. Es gibt ja auch gute Nachrichten für den
Inder. So steht der Wettkampf vor der heutigen 9.Partie für ihn besser als nach
der 1.Partie, als er im Rückstand war. Anands Delegationsleiter HW Schmitt
betont deshalb auch, dass die Stimmung im Team Anand weiter gut sei. Vier
Partien sind noch zu spielen. Anand führt heute die weißen Steine.
Als es plötzlich dunkel wurde (FN)...
Kopf
an Kopf...
San Luis lässt grüßen (FAZ)...
Topalow gleich aus (Echo)...
Topalow gleicht aus (Welt)...
Die Bilder der 8.Partie... |
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07.05.2010

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WM: 10.Partie remis
In der heutígen 10. Partie des WM-Kampfes zwischen Anand und Topalov wählte
der Titelverteidiger mit den schwarzen Steinen spielend die
Grünfeld-Verteidigung. Damit hatte Anand in der ersten Partie zwar böse Schiffbruch
erlitten, aber nachdem er in der Slawischen Verteidigung zuletzt mehr und mehr unter
Druck geraten war und in der 8. Partie nach langer Verteidigung in Remisstellung
mit einem schlimmen Fehler verlor, kam er nun darauf zurück. Die Eröffnung
schien Anand ohne Probleme gemeistert zu haben, doch im Mittelspiel erhielt
Topalov etwas Druck und konnte später in ein leicht vorteilhaftes Endspiel bei eigenem
Läuferpaar abwickeln. Hier befand sich Anand zwar in der Defensive, doch der
Inder war imstande seine Position zu halten. Im 60. Zug endete die Partie remis.
Stand 5:5. Morgen ist Ruhetag. Am Sonntag wird die vorletzte Partie gespielt.
Anand hat Weiß.
Offizielle Seite...
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07.05.2010

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Anish Giri kommentiert die 9.Partie
Die an spannenden Partien wirklich nicht arme Weltmeisterschaft zwischen Anand
und Topalov erfuhr gestern einen weiteren dramatischen Höhepunkt. In einem
Nimzoinder geriet Topalov mit Dame gegen Türme plus Leichtfiguren in die
Defensive. In überaus komplizierter Stellung, die von beiden Seiten bis zum
Schluss ein immenses Rechenpensum erforderte, war Anand mehrfach dem Gewinn
nahe, verpasste diesen jedoch, z.T. wegen Zeitnot. Anish Giri hat diese
spannende Partie kommentiert und die kritischen Stellen mit Anmerkungen und
Varianten versehen. Heute um 14 Uhr beginnt die 10.Partie. Topalov hat Weiß.
Kommentar zu 9.Partie (engl.)...
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09.05.2010

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WM: 11. Partie endet Remis
Lange Zeit war die 11. Partie der Schachweltmeisterschaft in Sofia vor allem
spannend, weil der Wettkampf spannend ist. Nach zehn von zwölf Partien
stand es 5:5, eine Niederlage in der elften Partie wäre für beide
Seiten fatal, ein Sieg ein entscheidender Schritt zum Sieg im Wettkampf gewesen.
In seiner letzten Weißpartie sorgte Anand mit 1.c4 mit einer Abweichung
vom bisherigen Eröffnungsprogramm für eine kleine Überraschung.
Topalov antwortete 1...e5 und kam ohne größere Probleme aus der Eröffnung
heraus. Im Mittelspiel geschah dann wenig Aufregendes, bis schließlich
ein Endspiel entstand, das aussah, als ob Anand nicht gewinnen und Topalov nicht
verlieren konnte. Doch Anand goß Öl ins Feuer, opferte einen Bauern
für aktives Spiel und es kam zu einem faszinierenden Endspiel, in dem Weiß
auf die schwarzen Freibauern aufpassen musste, aber Hoffnungen hatte, den Gegner
Matt zu setzen. Das ließ Topalov jedoch nicht zu und am Ende kam es doch
zum Remis. Morgen ist wieder Ruhetag, am Dienstag folgt die zwölfte und
letzte Partie des Wettkampfs. Endet sie ebenfalls Remis, entscheidet der Tie-Break.
Offizielle Seite...
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09.05.2010

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Anish Giri kommentiert die zehnte Partie
In der 10. Partie des WM-Matches zwischen Anand und Topalov griff der
Weltmeister nach seiner Niederlage im Slawen nun wieder zur
Grünfeld-Verteidigung. Mit dieser hatte er in der ersten Partie keine gute
Erfahrung gemacht, aber natürlich haben der Weltmeister und sein Analyseteam
inzwischen alle kritischen Abspiele noch einmal untersucht. Mit 10...b6 folgte
Anand aber seiner bisherigen Matchstrategie und wich frühzeitig vom Vorgänger
ab. Anish Giri hat sich die Partie angesehen und in seinem sehr gründlichen
Kommentar die entscheidenden Stellen markiert. Mit 15.d5 warf Topalov Anand aus
der Vorbereitung, meint Giri. Nach Anands Ungenauigkeit ließ Topalov mit 18.h3
die Möglichkeit verstreichen in Vorteil zu kommen (18.Txc8). Mit dem taktischen
Trick 25.La6 gelang es Topalov Anand zu verwirren, der nach 25...Sd4 (besser
25...Lxa6) ein schlechteres Endspiel erhielt. Dort verpasste Topalov einige
genauere Züge. Am Ende hielt Anand remis. Heute wird die 11.Partie gespielt.
Anand hat Weiß. Beginn 14 Uhr.
Anish Giri
kommentiert....
Alle Berichte zur Weltmeisterschaft...
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10.05.2010

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Anish Giri zur 11.Partie
In seiner letzten Weißpartie machte Anand mit 1.c4 ein neues Fass auf. Die
Partie verlief in ruhigen englischen Bahnen, wobei der Weltmeister recht
verhalten spielte. Aber auch Topalov nicht immer den besten Zug spielte -
mysteriös ist beispielsweise das seltsame 21..h6. Mit Übergang ins Endspiel
übernahm der Herausforderer langsam die Initiative und belagerte Anands
schwachen b-Bauern. Im 49.Zug unternahm Anand mit 49...Td2 einen riskanten
Gewinnversuch, der aber dank guter Verteidigung fast forciert in ein
studienartiges Remis führte. Anish Giri hat die 11.Partie genauestens
analysiert. Auch diese Partie begann mit einer Schweigeminute, diesmal für Andor
Lilienthal.
Anish Giri zur 11.Partie...
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11.05.2010

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Anand bleibt Weltmeister!
Mit den weißen Steinen hatte Topalov heute zum letzten Mal die Chance, durch
einen Sieg den drohenden Stichkampf zu vermeiden. Anand überraschte den
Herausforderer jedoch erneut, diesmal mit dem zuvor noch nicht gespielten
Abgelehnten Damengambit. Die von Anand gewählte Lasker-Verteidigung gilt als
sehr solide und tatsächlich holte Topalov keinerlei Vorteil aus der Eröffnung.
In ausgeglichener Stellung ließ Topalov völlig unerwartet einen leicht zu
verhindernden Bauerndurchbruch zu (30...f5 31.fxe4 e4) und sah sich danach einem
mörderischen Königsangriff ausgesetzt. Obwohl Anand im Angriff einmal die beste
Fortsetzung verpasste, reichte es für den Weltmeister zum Sieg und zur
Titelverteidigung. Damit entschied der erste Schwarzsieg auch den Wettkampf.
Endstand: 6,5:5,5.
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11.05.2010

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WM: Die Entscheidung naht
Heute wird in Sofia die 12. und letzte Partie mit langer Bedenkzeit gespielt. Topalov führt die weißen Steine. In den letzten Partien hatte der Herausforderer als Anziehender immer einige Druck gegen Anands Position entwickeln können. Doch wird der Bulgare in der letzten Partie noch einmal volles Risiko gehen? Sollte die Partie heute remis enden, dann wird die Entscheidung über den Titel in einem Stichkampf mit Schnellpartien fallen, der am Donnerstag gespielt wird. Obwohl Topalov im bisherigen Verlauf meist der Spieler war, der weniger Bedenkzeit verbraucht hat, werden Anand im Stichkampf bessere Chancen eingeräumt. In seinem Bericht vor der entscheidenden Partie beleuchtet Dagobert Kohlmeyer die Sicherheitsmaßnahmen in Sofia, die Arbeit der Sekundanten und beurteilt auch die Leistungen der Kommentatoren und Berichterstatter.
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